Blosen: Bergauf beten

Wie haben wir uns doch immer gewehrt, als Oma uns am Sonntagmorgen wecken und  in die Kirche schleifen wollte. Alle möglichen Ausreden mussten herhalten. In Zeitlupe haben wir Kakao und Marmeladenbrot am Frühstückstisch verzehrt. Teil der Smart Generation, schaut die Sache schon ganz anders aus. Man verabredet sich mit Freunden, man trifft alte und neue Freunde, man macht neue Bergfreundschaften – man wandert gemeinsam mit den Skiern zur Bergmesse auf den Blosen.

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In Ewigkeit Blosen!

Der Blosen, ein feiner Aussichtsberg zwischen Lassing und Oppenberg, ist neben der Hohen Trett der Hausberg der Lassingerinnen und Lassinger. Im Sommer ein Fixpunkt im Bikefex-Programm unter dem Titel „Der Blosen is immer zum Dablosn!”. Im Winter ab sofort auch. Aufmerksam wurde ich auf die Bergmesse im Schaukasten des Alpenvereins in Liezen. Fotografiert, abgespeichert und weitergeleitet. Schon waren Klaus, Meli, Julia und ich verabredet zum Beten auf 1724 Meter Seehöhe.

Bergwärts wandern, bergwärts beten!

Gemeinsam ging es um 8.30 Uhr in Lassing los. Aus allen Richtungen des Tals kamen die SkitourengeherInnen und SchneeschuhwandererInnen zusammen und starteten gemeinsam bergwärts – egal ob jung oder alt, athletisch durchtrainiert oder normal ;-), top gestylt wie aus dem Katalog oder glücklich bekleidet. Eine tolle Stimmung…

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Frage-, Antwortspiel Richtung Blosen

„Es ist nicht mehr weit, nur noch 10 Minuten! Gleich da oben ist der Gipfel.” Mit einigen dieser Phrasen wurden Fragen der Verzweiflung beantwortet, galt es doch für alle Altersklassen rund 900 Höhenmeter in gut 2,5 Stunden zurückzulegen. Geschafft haben es natürlich alle auf den Gipfel, natürlich auch wieder runter. Für die Sicherheit sorgte Gerhard Vasold mit Hündin Luna und sein Team vom Alpenverein Liezen. Danke fürs Guiding!

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Hochwürden is a Skifahrer, aha! Yeah!

Aber nicht nur die Kirchengeher waren mit Skiern berwärts glücklich, sondern auch Hochwürden selbst. Pfarrer Andreas Fischer und sein Assistent Gerhard März vom Pfarrverband Liezen/Lassing/Weißenbach waren mit von der Partie.

Bergmesse Blosen28.01.2015

Geht ja auch nicht anders, denn jede Messe braucht ihre Geistlichkeit. Und der Gottesdienst beim Blosen Gipfelkreuz geriet äußerst kurzweilig und sorgte für einzigartige Stimmung mit Gänsehaut. Kerzen wurden angezündet, Schnee in der Faust zusammengedrückt und weggeworfen und das Vater unser gesungen. Musikalisch unrahmt von zwei Bläsern am Blosen ;-).

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Spitzkehre, Einkehrschwung

Nachdem man sich im Gipfelbuch verewigt hatte und abfahrtbereit war, ging es Richtung Asingeralm.

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Viel Schnee oben und unten ein bisschen weniger – aber durchgehend sehr gut fahrbar. Durstig bei der Asingeralm angekommen erwartete bereits der weit über die Grenzen des Ortes bekannte Stoxi die KirchgeherInnen. Die einen mit Umarmungen, die anderen mit Bier, Tee und Schnaps.

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Was wäre ein Kirchgang ohne Kirchenwirt. So ging es nach dem ersten Durstlöschen auf der Asinger Alm noch einige Schwünge bergab und weiter zum Seewirt. Hier findet jetzt Andreas Liegl für das beste Bergmessen-Alpenverein-Shuttle seine lobende Erwähnung. Auch Helmut, er war auch bei uns im Auto, hatte seine Freude mit ihm.

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Was darf ich Euch bringen? Bei Martina und Stefan Schweiger und ihrem Team vom Seewirt in Lassing erreichten wir den zweiten Gipfel des Tages, nämlich den kulinarischen. Ob Grillteller, Schweinsbraten, Cordon Bleu, Kürbiscremesuppe oder vegetarischer Teller – hier gab‘s nicht nur viel zum Fotografieren, sondern auch zum Essen.

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Sogar Spezialwünsche wie etwa ein kleines Seidl wurden problemlos erfüllt. 5000 Kalorien später, noch ein Pfiat di Gott-Seidl an der Bar und wir machten uns wieder auf den Nachhauseweg.

Fortsetzung folgt am nächsten ersten Sonntag im Februar bei der Bergmesse am Blosen!

Fotos: Enrico Radaelli, Julia Pirkmann

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2 Responses

  1. stoxi sagt:

    vielen Dank Enrico – ein echt total lässiger Bericht!

  2. karl furthmaier sagt:

    liebe freunde,
    waere gerne dabeigewesen. gemeinsam in der natur das goettliche zu erfahren um eine neue motivation fur das eigene leben zu erhalten, sollte fur viele eine herausforderung sein. wo ich mit meiner familie lebe, ist der Himalaya nicht sehr weit weg. wer moechte, kann uns zu jederzeit gerne aufsuchen. liebe grusse aus santiniketan, carlos

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